Biographie

Javier Marías Franco wurde 1951 als viertes von fünf Kindern in Madrid geboren. Der Vater, ein Philosoph, bekannte sich zur republikanischen Politik und wurde deshalb vom Franco-Regime verfolgt, zeitweilig inhaftiert und mit einem Berufsverbot belegt.

Javier Marías wuchs zeitweise in den USA auf. Sein Vater lehrte dort an verschiedenen Universitäten. 1956 kehrten die Eltern nach Madrid zurück. 1968 bis 1973 studierte Marías Literaturwissenschaft und Philosophie an der Universität Complutense Madrid. Während seines Studiums gehörte der Autor als Gegner des Franco-Regimes der kommunistischen Gruppierung Komitee der Revolutionären Aktion an, distanzierte sich aber später von ihr und betonte seine politische Unabhängigkeit. Später engagierte er sich im Parlamento Internacional de Escritores für in Not geratene Intellektuelle und Schriftstellerkollegen, beispielsweise während der Balkankriege und des Tschetschenienkriegs.

Ab 1974 lebte er in Barcelona und arbeitete für das Verlagshaus Alfaguara. 1978 zog er wieder nach Madrid. Er schrieb an eigenen Romanen und Erzählungen, übersetzte aus dem Englischen, und veröffentlichte Artikel in Zeitungen und Zeitschriften. Für die Übersetzung des Tristram Shandy von Laurence Sterne erhielt er 1979 den Preis Premio Nacional de Traducción.

1983 ging Marías nach Oxford, wo er Unterricht in spanischer Literatur und Übersetzung erteilte. Im Jahr darauf unterrichtete er wie sein Vater am Wellesley College in Boston. Zwischen1986 und 1989 lebte und arbeitete er zeitweilig in Venedig. Seit 1990 lebt er wieder in Madrid.

Seit seinem Bestseller ›Mein Herz so weiß‹ gilt Javier Marías weltweit als interessantester Erzähler Spaniens. Sein umfangreiches Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Nelly-Sachs-Preis sowie dem Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur. Seine Bücher wurden in über vierzig Sprachen übersetzt.

Video

+

Javier Marías, Die sterblich Verliebten

Hörprobe